Begriff
Substituierbarkeitspotenzial
Das Substituierbarkeitspotenzial gibt an, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnte.
Der Begriff stammt vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Das IAB prüft für jede Kerntätigkeit eines Berufs, ob es bereits eine Technik gibt, die sie übernehmen könnte, und rechnet daraus einen Anteil. Die Werte werden in Abständen neu erhoben; der IAB-Job-Futuromat zeigt sie für die Berufe in Deutschland.
Ein hohes Substituierbarkeitspotenzial heißt nicht, dass ein Beruf verschwindet. Es beschreibt, was technisch möglich wäre – ob Betriebe es tatsächlich einsetzen, hängt von Kosten, Recht, Qualität und Akzeptanz ab. Meist ändern sich einzelne Tätigkeiten, nicht ganze Berufe.
Der StayNeeded-Faktor stellt die Frage von der anderen Seite: Welche Fähigkeiten braucht ein Beruf, die Technik nicht erreicht – auch dann, wenn KI noch einen Schritt zulegt? Die Antwort ist keine Prozentzahl, sondern eines von vier Wörtern. Beide Ansätze messen Verschiedenes und lassen sich nicht ineinander umrechnen.
Herkunft des Begriffs: IAB-Forum: Glossar Substituierbarkeitspotenzial